Amerikanischer Dackel

Amerikanischer Dackel – das musst Du wissen

Du überlegst, Dir einen Dackel zu kaufen und hast vom amerikanischen Dackel gehört? In diesem Artikel erfährst Du, was ein amerikanischer Dackel ist und was Du über amerikanische Dackel wissen musst.

Was ist ein amerikanischer Dackel?

Kurz gesagt ist ein amerikanischer Dackel ein nach den Zuchtstandards des Dachshund Club of America gezüchteter Dackel. Amerikanische Dackel zeichnen sich durch buntere Farben und einen kompakteren Körper aus.

Welche Größen gibt es beim amerikanischen Dackel?

Beim amerikanischen Dackel gibt es zwei Größen: Zwergdackel und Standarddackel.

Diese Größen werden anhand des Gewichts des mindestens zwölf Monate alten Dackels bestimmt. Amerikanische Dackel unter sechs Kilogram gelten als Zwergdackel. Schwerere Exemplare gelten als Standarddackel.

Amerikanische Dackel haben einen besonders muskulösen Brustkorb. Bei der in Deutschland üblichen Einordnung nach Brustumfang würden daher viele amerikanische Zwergdackel hier als Standarddackel klassifiziert.

Amerikanische Dackel sind vielfältiger in ihren Farben und Mustern
Amerikanische Dackel sind vielfältig in ihren Farben und Mustern. Es gibt sie in zwei Größen: Standard- und Zwergdackel

Wie groß wird ein amerikanischer Dackel?

Beim amerikanischen Dackel wird statt der Größe das Gewicht als Kriterium herangezogen. Ein amerikanischer Standarddackel wiegt üblicherweise ca. 7 bis 15 kg. Gemessen wird, wenn der Dackel mindestens 12 Monate alt ist.

Die obere Grenze liegt damit deutlich höher als beim Deutschen Dackel, der ein Höchstgewicht von ca. 9 kg nicht überschreiten sollte.

Wie groß wird ein amerikanischer Zwergdackel?

Beim amerikanischen Zwergdackel wird statt der Größe das Gewicht als Kriterium herangezogen. Ein amerikanischer Zwergdackel („miniature Dachshund“) wiegt üblicherweise 5 kg oder weniger. Gewogen wird, wenn der Dackel mindestens 12 Monate als ist.

Bunte Dackel: Welche Farben gibt es bei amerikanischen Dackeln?

Bei amerikanischen Dackeln gibt es folgende Farben und Farbkombinationen:

Einfarbige amerikanische Dackel

Als Farben kommen bei einfarbigen amerikanischen Dackeln Rot und Creme infrage. Dunklere Haare als Schattierung sind möglich. Eine leichte Weißfärbung auf der Brust ist laut Zuchtstandards erlaubt, aber nicht erwünscht.

Zweifarbige amerikanische Dackel

Zweifarbige amerikanische Dackel können Schwarz, Schokoladen-Braun, Saufarben („wild boar“), Grau, Reh- und Fliederfarben sein.

Dabei haben die zweifarbigen amerikanischen Dackel starke braune oder cremefarbene Markierungen über den Augen, an den Seiten des Unterkiefers auf der Brust und an den Pfoten.

Etwas weiß an der Brust ist laut Zuchtstandard erlaubt, aber nicht erwünscht.

Dapple oder Merle – gefleckte Dackel

Amerikanische Dackel mit dem Dapple-Muster haben hellere Stellen, die im Kontrast zu dunkleren Bereichen stehen. Dabei dürfen die dunkleren Bereiche aus allen Farben bestehen, die für ein- oder zweifarbige Dackel zugelassen sind.

Wichtig dabei ist, dass beide Farben in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und keine der beiden Farben dominiert.

Verursacht wird das Dapple-Muster durch das Merle-Gen, was zum Beispiel bei Australian Shepherds häufig zu sehen ist.

In Deutschland werden Dackel mit dem Merle-Gen auch als Tigerdackel bezeichnet.

Amerikanischer Dackel in Merle
Amerikanischer Dackel – Dapple bzw. Merle

Piebald als Muster beim amerikanischen Dackel

Piebald bezeichnet beim amerikanischen Dackel keine Farbe, sondern ein Muster. Piebald-Dackel haben klar definierte weiße Flächen oder Flecken. Diese sind laut Zuchtstandards für amerikanische Dackel auf allen Farben der ein- und zweifarbigen Dackel erlaubt.

Anders als bei Dapple- oder Merle-Dackeln sind die Augen beim Piebald-Dackel niemals blau.

Piebald-Muster beim amerikanischen Dackel
Piebald-Muster beim amerikanischen Dackel

Das Merle-Gen beim amerikanischen Dackel

Kurz gesagt ist das Merle-Gen für die typische Färbung des Dapple-Dackels verantwortlich. Allerdings beeinflusst das Merle-Gen nicht nur die Fellfarbe des Dachshunds, sondern nimmt auch Einfluss auf viele andere Bereiche. Einige davon haben auch großen Einfluss auf die Gesundheit des Dackels.

Darum sind Dapple- oder Merle-Dackel in Deutschland nicht unumstritten. Denn eigentlich handelt es sich beim Merle-Gen um einen Gendefekt.

Mit diesem Gendefekt gehen manchmal eine Störung des Gleichgewichtssinns und Gehörs einher. Auch von einer erhöhten Welpensterblichkeit wird berichtet. Allerdings gibt es auch Quellen, nach denen das Risiko für diese Erkrankungen bei den das Merle-Gen tragenden Tigerdackeln nicht erhöht sein soll.

Die Vererbung des Merle-Gens

Das Merle-Gen zeigt sich in der Vererbung als dominant. Das heißt, der Merle-Faktor setzt sich in der Vererbung durch.

Paart man einen Dapple-Dackel mit einem ein- oder zweifarbigen Dackel, können Dackel mit Merle-Muster entstehen. Da jeder Dapple-Dackel aber auch ein Nicht-Merle-Gen trägt, entstehen mit gleicher Wahrscheinlichkeit auch ein- oder zweifarbige Dackel.

Katastrophal sind die Folgen, wenn man zwei Merle-Dackel miteinander paart (double dapple). Die Folge können reinerbige Merle-Hunde sein, wenn sie von beiden Elternteilen das Merle-Gen erben.

Reinerbige Merle-Hunde sind von schweren Krankheiten und Missbildungen betroffen. Dazu gehören Missbildungen der Augen, deformierte Skelette, Missbildungen am Herzen und an den Geschlechtsorganen.

Häufig werden diese Hunde nicht einmal ein Jahr alt.

Deswegen ist es in Deutschland laut Tierschutzgesetz verboten, zwei Merle-Dackel und ganz allgemein zwei Merle-Hunde miteinander zu verpaaren.

Betrifft das Merle-Gen nur amerikanische Dackel?

Nein, auch im DTK, dem Deutschen Teckelclub, ist die Zucht von das Merle-Gen tragenden Tigerdackeln nicht verboten. Allerdings müssen laut alle Paarungspartner eines Tigerdackels vor der Paarung auf das Merle-Gen getestet werden. So will man sichergehen, dass keine reinerbigen Merle-Dackel entstehen.

Außerdem sind auch viele andere Hunde vom Merle-Gen betroffen. Dazu zählen unter anderem die Rassen:

  • Australien Shepherd
  • Border Collie
  • Chihuahua
  • Collie
  • Cocker Spaniel

Dapple oder nicht Dapple beim amerikanischen Dackel?

Ob Du Dich für einen amerikanischen Dackel mit Dapple-Färbung entscheidest, ist Deine ganz persönliche Entscheidung. Letztlich hängt sie auch von Deinem Geschmack ab.

Ich persönlich finde unseren saufarbenen Rauhaardackel Eddie schöner als jeden Tigerdackel mit Merle-Färbung. Das trifft auch auf andere Hunderassen zu. Auch ein Australien Shepherd in Schwarz-Braun-Weiß (Black tri) sieht in meinen Augen deutlich besser aus als eine Merle-Variante.

Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Und vielleicht schlägt Dein Herz gerade für Dapple-Dackel. Wenn Du Dir einen Dapple-Welpen ins Haus holen möchtest, gilt im Prinzip das, was auch für andere Hunde gilt: Suche einen seriösen Züchter! Achte bei einer Dappel-Zucht darauf, dass der Züchter die Risiken des Merle-Gens kennt und seine Hunde entsprechend untersuchen lässt.

Wichtig ist: Die Frage nach der Färbung sagt noch nichts darüber aus, ob ein Deutscher Dackel oder ein amerikanischer Dackel die bessere Wahl für Dich ist.

Unterschiede zwischen Deutschen und amerikanischen Dackeln

Kurz gesagt unterscheiden sich deutsche und amerikanische Dackel

  • im Brustkorb, der beim amerikanischen Dackel breiter ist,
  • in der Färbung, die beim amerikanischen Dackel vielfältiger ist
  • und in der Größenklassifikation, die beim amerikanischen Dackel nach Gewicht und beim deutschen Dackel nach Brustumfang erfolgt.

Einige Züchter geben an, dass amerikanische Dackel kompakter gebaut sind und durch einen etwas kürzeren Rücken weniger anfällig für die gefürchtete Dackellähmung sind. Eindeutige Belege dazu habe ich aber nicht gefunden.

Letztlich kommt es also auf Deine persönlichen Vorlieben an, ob Du lieber einen Amerikanischen oder Deutschen Dackel in Dein Rudel aufnehmen willst. Natürlich kannst Du nach bestimmten Farbkombinationen und Mustern suchen. Ich würde allerdings bei der Auswahl mehr darauf achten, ob der Züchter einen guten Eindruck macht und ob „der Funke überspringt“, wenn ich die kleine Fellnase das erste Mal kennenlerne. Es geht schließlich um ein neues Familienmitglied und nicht um ein Mode-Accessoire.

Sind amerikanische Dackel eine Modeerscheinung?

In Deutschland sind amerikanische Dackel wenig verbreitet und damit – gerade als Dapple oder Piebald – echte Exoten. Das macht sie für Hundebesitzer, die „etwas Besonderes“ wollen, sicher attraktiver. Und leider werden einige Hundebesitzer sie auch als eine Art Mode-Accessoire betrachten,

Ein Amerikanischer Dackel als Mode-Accesoire?
Ein amerikanischer Dackel als Mode-Accessoire?

Obwohl amerikanische Dackel in Deutschland noch recht neu sind, sind sie keine neuen Züchtungen. Der Dachshund Club of America wurde bereits im Jahr 1895 gegründet. Deutsche und amerikanische Dackel sind klar miteinander verwandt. Allerdings trennten sich die Zuchtlinien vor über 100 Jahren, was zu den Unterschieden zwischen deutschen und amerikanischen Dackeln führte.

In Deutschland mögen amerikanische Dackel wie eine Modeerscheinung wirken. In den USA haben sie eine lange Tradition.

Eddie der Rauhaardackel

Amerikanische Dackel – was für Poser. Die machen mit ihrem Dapple-Fell einen auf Pfau, oder was?

Und dann werden manche von ihren Besitzern auch noch so aufgebrezelt. Also für mich wäre das nichts!

Ich schwöre: Wenn Markus anfängt, mir Schmuck anzuziehen, dann ziehe ich aus!

– Eddie, der Rauhaardackel

Was kostet ein amerikanischer Dackel

Im Allgemeinen kostet ein amerikanischer Dackel als Welpe beim Züchter zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Einige Züchter verlangen auch bis zu 2.500 € für ihre Welpen – besonders dann, wenn sie ausgefallene oder „seltene“ Farbkombinationen und Muster haben.

Damit sind amerikanische Dackel etwas teurer als ihre deutschen Artgenossen. Und sie sind sicher auch etwas schwerer zu finden, da es in Deutschland nur wenige Züchter gibt, die amerikanische Dackel züchten.

Du solltest Dir allerdings bewusst sein, dass es mit dem Preis des Welpen nicht getan ist. Du brauchst natürlich auch eine Grundausstattung und es fallen laufende Kosten an.

Wichtige und zum Teil kostspielige Einkäufe am Anfang sind:

  • Hundebett für Deine Fellnase
  • Futter- und Wassernapf
  • Hundebox, damit Du Deinen kleinen Freund sicher im Auto transportieren kannst
  • Leine und Halsbänder (der Welpe wächst ja noch)
  • Spielzeug

Zu den wichtigsten laufenden Kosten für Deine Fellnase zählen:

  • Futter
  • Kranken- oder OP-Versicherung
  • Tierarzt (Impfungen und Vorsorge-Untersuchungen)
  • Hundefriseur (beim Langhaar- und Rauhaardackel)
  • Hundesteuer
  • Leckerli und Kauartikel
  • Spielzeug (manche Dackel sind echte Spielzeug-Vernichter)
  • Aufpreis im Hotel oder in der Ferienwohnung
  • Hundesitter oder Hundepension
  • Eventuell zerkaute Schuhe und Möbel

Bevor Du Dir einen Dackel anschaffst, musst Du Dir über die Kosten, die auf Dich zukommen, im Klaren sein. Kannst und willst Du so viel Geld für Deine Fellnase ausgeben? Bist Du bereit, auf anderes zu verzichten, damit es Deinem kleinen Freund gut geht, falls es finanziell mal schlechter läuft?

Wenn ja, kann ein Dackel ein wundervoller Begleiter sein – unabhängig davon, ob es ein Deutscher oder ein amerikanischer Dackel werden soll.

Bevor Du Dich endgültig entscheidest, lies aber unbedingt noch meinen Artikel Für wen eignet sich ein Dackel?

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